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Organisation
Die Leitung des gesamten bayerischen Justizvollzugs liegt beim Bayerischen
Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Dort ist eine
Abteilung "Justizvollzug" mit insgesamt 25 Mitarbeitern eingerichtet.
Zu ihren Aufgaben gehören die Organisation des Justizvollzugs,
Personalangelegenheiten einschließlich der Aus- und Fortbildung des Personals,
die Aufstellung und der Vollzug des Haushalts aller Justizvollzugsanstalten,
Bauangelegenheiten, Mitwirkung bei der Gesetzgebung auf dem Gebiet des
Justizvollzugs, Angelegenheiten der schulischen und beruflichen Aus- und Fortbildung
und der Beschäftigung der Gefangenen sowie
die Bearbeitung von Eingaben und Beschwerden.
Zwischen dem Justizministerium und den Justizvollzugsanstalten ist keine
Mittelbehörde ("Strafvollzugsamt") eingerichtet. Der unmittelbare
Kontakt zwischen der Aufsichtsbehörde, deren Vertreter die bayerischen
Justizvollzugsanstalten regelmäßig besuchen und überprüfen,
und den Anstalten hat sich in der Vergangenheit bewährt. Er vermittelt kurze
Entscheidungswege und gewährleistet die Nähe des Ministeriums zur
Vollzugspraxis.
Bayern verfügt über 36 Justizvollzugsanstalten (21 selbständige und 15
angegliederte Anstalten) sowie 6 Jugendarrestanstalten. Für die Aus- und Fortbildung der
Justizvollzugsbediensteten ist die Bayerische Justizvollzugsschule in Straubing
eingerichtet.
In den bayerischen Justizvollzugsanstalten sind 11.804 Haftplätze eingerichtet,
davon
11.035 für Männer (einschl. 879 im offenen Vollzug) und zwar
7.261 Einzelhaftplätze und
3.774 Gemeinschaftshaftplätze
sowie
769 für Frauen (einschl. 44 im offenen Vollzug) und zwar
477 Einzelhaftplätze und
292 Gemeinschaftshaftplätze.
Die tatsächliche Belegung in den bayerischen Justizvollzugsanstalten
hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die folgende Graphik zeigt
die Entwicklung des Belegungsstandes seit 1991, jeweils
zum 31.März :
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= Belegung |
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= Haftplätze |
Nach den in den Jahren 1998 bis 2002 leicht gesunkenen
Gefangenenzahlen bewegt sich die Belegung nunmehr wieder auf hohem
Niveau. Insgesamt hat sich die Zahl der Gefangenen
seit 1991 um 27 % erhöht. Besonders schwierig war die Belegungssituation
von Anfang 2005 bis Mitte 2007. Ende Januar 2005 wurde mit 13.044 Gefangenen erstmals die Marke
von 13.000 Gefangenen überschritten. Mit 13.113 Gefangenen war Ende April 2005 die
höchste Belegung im bayerischen Justizvollzug seit 1948 zu verzeichnen; nur
in der unmittelbaren Nachkriegszeit waren die Gefangenenzahlen noch höher.
Ende März 2009 befanden sich 12.387 Gefangene in den bayerischen Justizvollzugsanstalten.
Damit ist wieder eine moderate Entspannung eingetreten. Besonders stark belastet sind aber
weiterhin vor allem Anstalten des Regelvollzugs, in denen hohe Strafen verbüßt werden.
Wesentliche
Gründe für diese Entwicklung sind der starke Anstieg der Zahl ausländischer
Untersuchungs- und Strafgefangener seit der Öffnung der Grenzen zu den östlichen
Nachbarstaaten sowie die zunehmende Globalisierung der schweren Kriminalität,
insbesondere der Banden- und Drogenkriminalität.
Derzeit sind ca. 48 % der in Bayern
inhaftierten Untersuchungsgefangenen ausländische Staatsbürger; auf den
Gesamtbestand der Gefangenen bezogen beträgt der Ausländeranteil gegenwärtig
ca. 30 %. Am 31. März 2009 waren in Bayern 3.767 nichtdeutsche Gefangene aus 108
verschiedenen Staaten inhaftiert. Die nachfolgende Übersicht gibt Auskunft über
das Nationalitätengefüge der ausländischen Gefangenen am 31. März 2009:
Die folgende Graphik zeigt die Entwicklung des Ausländeranteils in den bayerischen
Justizvollzugsanstalten (jeweils zum 31. März):
Als Folge dieser Entwicklung ist die Belegungssituation
im bayerischen Justizvollzug seit einiger Zeit angespannt.
Die folgende Graphik zeigt die Belegungssituation
am 31. März 2009:

Danach
waren die bayerischen Justizvollzugsanstalten mit 583 Gefangenen
überbelegt; dies entspricht einer durchschnittlichen Belegungsquote von
104,94%. Da wegen der
unterschiedlichen Vollstreckungszuständigkeit der Justizvollzugsanstalten ein
Belegungsausgleich nur begrenzt möglich ist, geht die Überbelegung in einzelnen
Anstalten weit über diesen Durchschnittswert hinaus. Das Staatsministerium der
Justiz unternimmt aufgrund dieser Entwicklung große Anstrengungen, die Zahl der
Haftplätze durch den Neubau von Justizvollzugsanstalten und den Ausbau
bestehender Anstalten dem gestiegenen Bedarf anzupassen. So wurden seit 1992
ca. 1.800 zusätzliche Haftplätze geschaffen.
Von den 12.387 am 31. März 2009 inhaftierten
Gefangenen waren
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8.825
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Strafgefangene
und Sicherungsverwahrte
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693
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junge
Strafgefangene
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2.208
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erwachsene
Untersuchungsgefangene
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251
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junge
Untersuchungsgefangene (bis zu 21 Jahren)
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410
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sonstige
Gefangene (v.a. Abschiebungsgefangene)
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Nähere Informationen über die Zuständigkeiten der bayerischen Justizvollzugsanstalten
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