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21. Dezember 2006
Justizministerin Dr. Beate Merk: "Weihnachten ist auch hinter Gittern kein Tag wie jeder andere!"
"Weihnachten im Gefängnis muss keine traurige Angelegenheit sein", erklärte anlässlich des bevorstehenden Festes Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk. "Wir können natürlich die meisten Gefangenen über die Festtage nicht nach Hause entlassen. Aber wir sorgen dafür, dass auch hinter dicken Gefängnismauern jeder die Möglichkeit hat, Weihnachten angemessen zu feiern!"
"An Weihnachten wird für die meisten Gefangenen ihre Unfreiheit besonders spürbar", so Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk. "Uns lässt das nicht kalt".
In vielen Fällen kann geeigneten Gefangenen über die Weihnachtsfeiertage Urlaub aus der Haft gewährt werden, so dass sie diese Zeit bei ihren Familien verbringen können. Wenn aber beispielsweise Flucht- oder Missbrauchsgefahr besteht, ist ein Urlaub natürlich nicht möglich.
Auch diejenigen, die Weihnachten hinter Gittern verbringen müssen, haben aber die Möglichkeit, ihre Angehörigen zu sehen. So bestehen zwar meist nicht an den Feiertagen selbst, aber an den Tagen unmittelbar vor Weihnachten ausreichend Besuchsmöglichkeiten für die Familien. Gefangene haben auch die Möglichkeit, sich von ihren Angehörigen ein Weihnachtspaket zusenden zu lassen. In der Mutter-Kind-Abteilung der Justizvollzugsanstalt Aichach feiern acht Mütter, die dort mit ihren Kindern im Vorschulalter untergebracht sind, zusammen mit den Kindern den Heiligen Abend. Mütter, deren Kinder älter sind und daher nicht in diese Abteilung aufgenommen werden können, haben die Möglichkeit, an den Feiertagen Ausgang zu bekommen und auf diese Weise ihre Kinder zu sehen.
Schon vor dem Weihnachtsfest können die meisten Gefangenen ihre Abteilungen innerhalb der Justizvollzugsanstalt festlich schmücken. Dazu gehören auch Weihnachtsbäume, die entsprechend dekoriert werden. In der Justizvollzugsanstalt für Frauen in Aichach ist sogar eine aufwändig gearbeitete, großformatige Krippe aufgestellt.
Am Heiligen Abend kann jeder Gefangene, der dies möchte, den Gottesdienst besuchen. Dieser findet in eigenen Anstaltskirchen statt, die zum Teil, besonders in den alten Justizvollzugsanstalten, etwa in Stadelheim, Aichach und Straubing, sehr repräsentativ und stimmungsvoll sind. An den Gottesdiensten nehmen mitunter hochrangige Kirchenvertreter teil. So besuchen etwa in Aichach der Bischof von Augsburg Dr. Walter Mixa, in Eichstätt der dortige neue Diözesanbischof Gregor Maria Hanke und in Kaisheim der Augsburger Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger die Anstalten.
In vielen Abteilungen der Justizvollzugsanstalten finden auch Weihnachtsfeiern mit von den Gefangenen selbst gebackenen Plätzchen und Kuchen statt. In der Justizvollzugsanstalt Stadelheim hat der dortige Anstaltsleiter Hans-Herbert Moser den Gefangenen die Weihnachtsgeschichte vorgetragen. In den Tagen vor Weihnachten ist dort zudem der Tölzer Knabenchor zu hören.
Auch das Essen an Weihnachten ist in den Anstalten nicht so wie an anderen Tagen: In Stadelheim steht am Feiertag Brathähnchen auf dem Speiseplan. In Aichach haben die Frauen die Möglichkeit, Enten zu erwerben und auf ihrer Abteilung selbst zuzubereiten.
"Das alles ist kein Luxus und soll auch keiner sein. Aber auch unsere Gefangenen sollen die Möglichkeit haben, Weihnachten würdig zu feiern!", so Staatsministerin Merk.
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