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23. August 2006

Justizministerin Dr. Merk zur Strafvollzugsstatistik 2006: "Fast jeder achte bayerische Strafgefangene sitzt wegen Körperverletzung"

In den bayerischen Justizvollzugsanstalten sitzen immer mehr Täter wegen Körperverletzungs- und Betäubungsmitteldelikten ein. Das zeigen die Zahlen der Strafvollzugsstatistik 2006, die Justizministerin Dr. Beate Merk heute bekannt gab. Merk: "Die Entwicklung zeigt den Stellenwert dieser Straftaten innerhalb der Kriminalität. Zugleich demonstriert sie die Reaktion der Justiz: Körperliche Gewalt und Drogenhandel werden in Bayern mit allem Nachdruck geahndet."

Zum 31. März 2006 waren in Bayerns Gefängnissen 1.114 Strafgefangene wegen Körperverletzungsdelikten inhaftiert. In den letzten fünf Jahren stieg ihre Zahl damit um 31,2% (2001: 849 Gefangene). Auch ihr relativer Anteil unter den Strafgefangenen stieg in diesem Zeitraum von 10,2% auf 11,9%.

Ähnlich deutlich ist die Entwicklung bei den Betäubungsmitteldelikten: 1.588 Strafgefangene saßen deswegen am 31. März 2006 in Bayern hinter Gittern. Gegenüber 2001 bedeutet das eine Steigerung um 26,4% (2001: 1.256 Gefangene). Der relative Anteil der verurteilten Drogentäter in den Gefängnissen stieg von 15,1% auf 16,9%.

Damit sind in beiden Bereichen noch deutlichere Steigerungen zu verzeichnen als bei der Zahl der Strafgefangenen insgesamt. Diese stieg seit 2001 um 13,2% von 8.277 auf 9.369.

Entsprechend hat die Bedeutung anderer Kriminalitätsbereiche in den Anstalten abgenommen. So sank der Anteil der Raubtäter unter den Strafgefangenen seit 2001 von 9,2% auf 8,5%, der Anteil der wegen Diebstahl oder Unterschlagung Verurteilten von 18,1% auf 17,8%.

Merk: "Die Zahlen machen deutlich, wo die größten Herausforderungen für die Strafanstalten liegen: In der Gewalt- und Suchtprävention. In Bayern wird hier viel geleistet. Gewalttätern wird in Anti-Aggressions-Trainings beigebracht, in kritischen Situationen Konflikte zu vermeiden. Außerdem werden sie von vollzugseigenen Kräften psychologisch und sozialpädagogisch auf ein gewaltfreies Leben nach der Haft vorbereitet. Besonders rückfallgefährdete Gewalttäter werden in der Sozialtherapeutischen Justizvollzugsanstalt Erlangen intensiv behandelt. Zur Beratung und Behandlung der drogenabhängigen Gefangenen stellt der Freistaat Bayern erhebliche Mittel bereit. Das von der bayerischen Staatsregierung initiierte und mit erheblichen finanziellen Mitteln geförderte Modellprojekt "Suchtbetreuung in Justizvollzugsanstalten durch externe Fachkräfte" ist erfolgreich und wird im bisherigen Umfang weitergeführt."

Hinweis:

Die jährlich zum Stichtag 31. März erstellte Strafvollzugsstatistik gibt u.a. Auskunft über die Zahl der wegen Verbüßung einer Freiheitsstrafe (einschließlich Ersatzfreiheitsstrafe) oder Jugendstrafe einsitzenden Strafgefangenen. Diese Gruppe macht rund drei Viertel der Gesamtzahl der Gefangenen aus. Nicht einbezogen sind alle anderen Insassen der Justizvollzugsanstalten, insbesondere Personen in Untersuchungs- oder Abschiebehaft. Die Gesamtzahl der Gefangenen in den 36 bayerischen Justizvollzugsanstalten betrug am 31. März 2006 12.858.


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