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19. Januar 2006
Moderner Behandlungsvollzug in Bayern rechnet sich: Arbeitseinnahmen im Jahr 2005 auf Rekordniveau gestiegen - Justizministerin Dr. Beate Merk:"Jeder Arbeitsplatz ist Gold wert - Ein großer Dank an unsere Partner aus der Wirtschaft!"
Ein positive Nachricht melden die bayerischen Justizvollzugsanstalten zu Jahresbeginn: Die Einnahmen aus der Arbeit der Gefangenen sind im Jahr 2005 erneut gestiegen. Damit setzt sich der Aufwärtstrend der letzten Jahre weiter fort. Insgesamt 45,3 Millionen Euro wurden 2005 erarbeitet und damit das beste Ergebnis in der Geschichte des bayerischen Justizvollzuges erzielt. Diese Zahl ist umso bemerkenswerter, als die schwierige wirtschaftliche Situation auch vor der Gefängnistoren nicht halt macht. Gerade in den letzten Jahren haben Unternehmen vermehrt Aufträge in Billiglohnländer vergeben, die früher traditionell den Justizvollzugsanstalten erteilt wurden.
"Hier gilt es wettbewerbsfähig zu bleiben und durch Qualität und Flexibilität zu überzeugen. Jeder Arbeitsplatz ist für unsere Gefangenen Gold wert. Denn Arbeit ist Resozialisierung im besten Sinn. Die Gefangenen gewöhnen sich an einen geregelten Tagesablauf, übernehmen Verantwortung, ordnen sich in ein Team ein und verdienen eigenes Geld. Sie werden so bestmöglich auf ein straffreies Leben in Freiheit vorbereitet. Diese Form der Resozialisierung ist der beste Beitrag des Strafvollzugs für die Sicherheit in der Gesellschaft. Dass die Einkünfte aus der Gefangenenarbeit zugleich helfen, die Belastung des Staatshaushalts durch Haftkosten zu reduzieren, ist dabei ein willkommener Nebeneffekt", betonte Merk.
Die Arbeitsplätze und Beschäftigungsmöglichkeiten in den Justizvollzugsanstalten können nur gesichert und ausgeweitet werden, wenn sich Unternehmen der freien Wirtschaft zu einer Zusammenarbeit bereit finden. Die Justizvollzugsanstalten wollen mit ihren Aktivitäten im Bereich der Gefangenenarbeit nicht in den Wettbewerb mit örtlichen und regionalen Handwerksbetrieben bzw. mittelständischen Unternehmen treten. Ziel ist es vielmehr, gerade diese Betriebe für eine Partnerschaft mit dem bayerischen Justizvollzug zu gewinnen. Die Justizvollzugsanstalten wollen der heimischen Wirtschaft als "verlängerte Werkbank" bzw. als leistungsfähige Produktionseinheit zur Verfügung stehen - und das in unmittelbarer Firmennähe. Dazu steht hinter den Gefängnismauern eine Vielzahl verschiedenster Betriebe als Zulieferer bereit. Klassische Handwerksbetriebe wie KFZ-Werkstätten, Schlossereien und Schneidereien finden sich genauso wie Spezialfertigungen für EDV-Möbel, Ringermatten oder Flugzeugtriebwerke. Den Unternehmen bietet sich so eine echte Alternative für eine Produktionsverlagerung in das Ausland. Merk: "Der bayerische Strafvollzug ist ein kompetenter Partner der freien Wirtschaft."
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