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08.12.2003
Wechsel an der Spitze der Justizvollzugsanstalt Würzburg - Justizministerin
Dr. Beate Merk: "Der Schutz der rechtstreuen Bevölkerung hat Vorrang!"
Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk hat heute im Fürstensaal der Residenz
Würzburg den bisherigen Leiter der Justizvollzugsanstalt Würzburg Reinhardt Vogl
verabschiedet und seinen Nachfolger Robert Hutter offiziell in sein Amt eingeführt.
In ihrer Rede betonte die Ministerin die Notwendigkeit einer bundesgesetzlich geregelten
nachträglichen Sicherungsverwahrung: "Es ist nicht hinnehmbar, dass Gewalt- und
Sexualstraftäter nach Verbüßung einer mehrjährigen Freiheitsstrafe entlassen werden
müssen, obwohl weitere schwerste Straftaten voraussehbar sind. Zu den Pflichten des
Staates gehört, alle rechtlich zulässigen Möglichkeiten auszunutzen, um die
Gesellschaft auch vor Gefangenen zu schützen, bei denen sich die Rückfallgefahr erst
während der Strafverbüßung herausstellt. Für diese Fälle fordert die Bayerische
Staatsregierung seit Jahren ein Bundesgesetz, mit dem die Sicherungsverwahrung nicht
nur - wie bisher - im Urteil, sondern auch nachträglich angeordnet werden kann.
Eine solche bundeseinheitliche Regelung hat die Bundesregierung bislang jedoch
stets abgelehnt. Diese Sicherheitslücke muss geschlossen werden: Der Schutz der
rechtstreuen Bevölkerung hat eindeutig Vorrang vor den Freiheitssehnsüchten des
rückfallgefährdeten Gefangenen!"
Der bisherige Leiter der Justizvollzugsanstalt, Leitender Regierungsdirektor
Reinhardt Vogl (55), hat am 1. Dezember 2003 eine neue Aufgabe übernommen: Er
leitet die Justizvollzugsschule in Straubing. Vogl begann nach dem Studium der
Rechtswissenschaften seine Laufbahn im bayerischen Justizvollzug am 1. Juni 1977
bei der Justizvollzugsanstalt Bayreuth. Nach mehrjähriger Tätigkeit bei den
Justizvollzugsanstalten Straubing und Bamberg wurde Herr Vogl am 1. Januar 1994
nach Würzburg versetzt und zum Leiter der Justizvollzugsanstalten Würzburg und
Schweinfurt bestellt. Ihm wurden dabei die außerordentlich umfangreichen und
verantwortungsvollen Aufgaben im Zusammenhang mit der Planung und dem Bau der
Ende 1996 in Betrieb genommenen neuen Justizvollzugsanstalt Würzburg übertragen.
Merk: "Es ist entscheidend Ihrer menschlich wie fachlich überzeugenden Persönlichkeit
zuzuschreiben, dass die in allen Bereichen hochmoderne Justizvollzugsanstalt
Würzburg zu einem Vorzeigeobjekt des bayerischen Strafvollzugs geworden ist,
das - wie ein Blick auf die Liste der zahlreichen in- und ausländischen Besucher
der letzten Jahre beweist - weit über die bayerischen Landesgrenzen hinaus
große Anerkennung gefunden hat."
Der neue Leiter der Justizvollzugsanstalt Würzburg, Regierungsdirektor
Robert Hutter, trat am 1. Oktober 1993 bei der Justizvollzugsanstalt Aichach
in den höheren Vollzugs- und Verwaltungsdienst ein. 3 Jahre später wechselte
er an die Justizvollzugsanstalt Straubing. Dort bekleidete er vom 9. Februar 1999
bis zu seiner Versetzung nach Würzburg zum 1. Dezember 2003 das schwierige Amt
des stellvertretenden Anstaltsleiters. Merk: "Mit Ihren breiten Erfahrungen und
Kenntnissen, Ihrem ausgeprägten Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein und
Ihren Führungsqualitäten bringen Sie alle Voraussetzungen mit, die
Justizvollzugsanstalten Würzburg und Schweinfurt bestens zu leiten."
Die Ministerin wies in ihrer Rede darauf hin, dass Bayern Anfang 2002 ein
Landesgesetz erlassen hat, mit dem besonders rückfallgefährdete hochgefährliche
Straftäter im Anschluss an die Verbüßung ihrer Freiheitsstrafe in den
Justizvollzugsanstalten untergebracht werden können. Merk: "Dieses Gesetz
ändert jedoch nichts daran, dass das Problem bestmöglich nur bundeseinheitlich
geregelt werden kann. Denn unser Gesetz erfasst lediglich die in Bayern
inhaftierten Straftäter. Es schützt die hiesige Bevölkerung nicht vor
rückfallgefährdeten Gefangenen aus Bundesländern, die kein entsprechendes
Landesgesetz geschaffen haben."
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