In allen bayerischen Gefängnissen gibt es Seelsorgerinnen und Seelsorger der evangelisch-lutherischen Kirche und der katholischen Diözesen in Bayern.
Als hauptamtliche Seelsorger in den größeren, als nebenamtliche Seelsorger in den kleineren Gefängnissen besuchen sie Gefangene, halten Gottesdienste, bieten Gruppenstunden an und Einzelgespräche.
Sie halten Kontakte mit Angehörigen, sie unterstützen Gefangene auf der Suche nach neuen Lebensmöglichkeiten, sie fördern im Gefängnis einen "Raum der Bewahrung".
"Denkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene" (Hebräer 13,3) - so steht es als christlicher Auftrag im Neuen Testament. In der engen und streng geregelten Welt eines Gefängnisses braucht es Gelegenheiten zu persönlichen, menschlichen Begegnungen.
"Ich danke dir Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner" (Lukas 18,11) - so denken viele Menschen in Freiheit. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger stehen dafür ein, dass ein Mensch mehr ist als die Summe seiner Taten.
Sünde und Schuld sind nicht auf Gefängnisse beschränkt. Es gibt sie drinnen wie draußen. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger stehen dafür ein, dass jedem Menschen, ohne Ausnahme, die Befreiung aus Verstrickungen und ein Neuanfang zustehen.
"Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen" (Matthäus 25,36) - das, sagt Jesus, erlebt er mit jedem Besuch bei einem Gefangenen. Keine schlechte Gesellschaft also, in der sich Seelsorgerinnen und Seelsorger im Gefängnis befinden.