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Mein Partner ist in Haft...
Mein Sohn, meine Tochter ist in Haft...
Was soll ich tun? Was kann ich tun?
Jemand, der ihnen nahe steht, ist im Gefängnis. Sie machen sich Sorgen.
Sie wissen nicht, wie es ihm oder ihr geht. Vorwürfe schießen ihnen durch
den Kopf und Selbstvorwürfe. Unsicherheit und Angst beschäftigen einen,
auch wenn man selbst mit der Gefangenschaft gar nichts zu tun hat. Ihn oder sie jetzt
nicht allein lassen, denken sie. Aber was können sie tun, und wie können sie
es tun? Und wie sollen sie mit den enormen Veränderungen im Alltag fertig werden,
den sie jetzt vielleicht allein organisieren müssen? Man kann es doch niemandem sagen...
Ein Buch mit sieben Siegeln
Das Gefängnis ist eine Welt für sich. Ein Ort voller ungewohnter, unbekannter Regeln.
Kein leicht zugänglicher Ort und auch nicht gerade einladend. Die Mauern sind hoch und
an Gerüchten fehlt es nicht. Es ist nicht immer ohne weiteres verständlich, warum
die einen im Gefängnis sind und die anderen nicht. Fragen über Fragen – die man sich
kaum zu stellen traut aus Furcht vor Voreingenommenheiten und Vorurteilen. Wer einen Gefangenen
nicht allein lässt, bekommt es leicht mit dem Misstrauen seiner Mitmenschen zu tun. Wer
sich da sein Selbstbewusstsein bewahrt, leistet viel.
Fragen kostet nichts...
Doch das Gefängnis ist kein ungeordneter Raum. Es gibt Menschen, die ansprechbar
sind, wenn Sie Fragen haben. Wie und wann Sie zu Besuch kommen können, zum Beispiel.
Was Sie mitbringen dürfen. Auch wenn Sie persönliche Probleme haben, die Sie im
Moment überfordern. Welche Beratung und Hilfe Sie "draußen" in Anspruch
nehmen können. Als Kontaktpersonen im Gefängnis stehen Ihnen in der Regel (in
den "größeren", eingeschränkt in den "kleineren"
Justizvollzugsanstalten) Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Psychologinnen und Psychologen,
Pfarrerinnen und Pfarrer beider großen christlichen Konfessionen zur Verfügung.
Insbesondere bei den Anstaltsseelsorgern können Sie mit deren Verschwiegenheit rechnen.
Welche besonderen Möglichkeiten der Beratung und Unterstützung Sie an ihrem Ort
oder in der Umgebung finden können, können Sie bei diesen "Fachdiensten"
im Gefängnis erfahren. Und wenn einer vielleicht nichts weiß, kann er Sie weiter
vermitteln.
Einsam bist du klein...
In vielen Fällen werden Sie merken: Ihre "Gefängnisgeschichte" macht Sie
einsam. Angehörige von Gefangenen machen diese Erfahrung immer wieder. Es darf niemand
wissen. Man würde mich meiden. Es ist eine Schande. Ich kann es den Kindern nicht sagen.
Der Besuch fällt so schwer. Wir werden uns immer fremder.
Sie tun sich leichter, wenn Sie reden können. Suchen Sie sich jemanden, dem Sie
vertrauen, dem Sie ihre Geschichte erzählen können. Das kann eine Psychologin
sein in einer Beratungsstelle der Caritas oder der Diakonie, das können eine
Gemeindepfarrerin oder ein Gemeindepfarrer sein. Dafür sind sie da.
An manchen Orten finden Sie vielleicht Zugang zu einer Angehörigengruppe.
In jedem Fall werden Sie merken: Es ist keine Schande, von der Gefangenschaft eines
Angehörigen betroffen zu sein. Es ist eine Aufgabe, die manchmal nicht zu bewältigen
zu sein scheint. Aber es ist keine geringe Aufgabe, in der man auch wachsen und
selbstbewusster werden kann.
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