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Justizvollzugsanstalt Nürnberg

Kurzbeschreibung

  1. Historische Entwicklung
  2. Die Justizvollzugsanstalt Nürnberg entstand in verschiedenen Bauabschnitten in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, wobei die Männeranstalt von 1865 - 1868 in Sternform, die Frauenanstalt von 1886 - 1888 und die Untersuchungshaftanstalt von 1889 - 1901 jeweils in E-Form errichtet wurden. Das umfriedete Gelände umfasst knapp 13 ha. Zur Anstalt gehört die Außenstelle Lichtenau - 38 km von Nürnberg entfernt in der Nähe von Ansbach -, der ehemalige Gutshof der Lichtenauer "Burg" mit einer Fläche von 76 ha. Dort waren früher Arbeitshausverwahrte, und zwar bis 1966 in Baracken untergebracht. 1966 wurde ein massives Unterkunftsgebäude fertig gestellt. Die in Lichtenau früher betriebene Abteilung für Jugendstrafvollzug wurde 1986 aufgelöst. Seit 01.01.1987 ist dort eine Abteilung des offenen Vollzuges vorwiegend für erstbestrafte Erwachsene eingerichtet. Im Oktober 1999 begann dort ein Modellprojekt zur Vollstreckung von Ersatzfreiheitsstrafen.


  3. Zuständigkeit
  4. Die Zuständigkeit der Anstalt erstreckt sich im Strafvollzug bei den Männern zur Zeit auf Gefangene in Erstvollzug und Regelvollzug mit Strafen bis zu 2 Jahren. Bei den Frauen reicht die Zuständigkeit bis zu jeweils 3 Monaten Freiheitsstrafe im Erst- und Regelvollzug. Untersuchungshaft wird sowohl an Männern wie Frauen vollzogen. die offene Abteilung in der Außenstelle Lichtenau nimmt vorwiegend Erstbestrafte auf.


  5. Äußere Haftbedingungen
  6. Die Anstalt hat derzeit ohne Zu- und Abgangszellen, jedoch mit dem alten Flügel eins insgesamt 1.115 Haftplätze, facht durchwegs Einzelhafträume. Davon entfallen 60 Plätze auf die Frauenanstalt und 51 Haftplätze auf den offenen Vollzug. In der Krankenabteilung stehen 35 Betten zur Verfügung. Zur Anstalt gehört auch eine Jugendarrestanstalt mit 47 Plätzen.

    Am 30. November 2000 war die Justizvollzugsanstalt Nürnberg mit 1.121 Gefangenen belegt; dabei handelt es sich um 1.024 Männer und 73 Frauen. Vorübergehend abwesend waren hiervon 23 Männer und 1 Frau. In der Jugendarrestanstalt befanden sich an diesem Tag 22 männliche und 2 weibliche Insassen. Die Jahresdurchschnittsbelegung in der Justizvollzugsanstalt betrug 2000 täglich 1.063 Gefangene, in der Jugendarrestanstalt im männlichen Bereich 24,3, im weiblichen Arrestvollzug 3,4.

    Bereits seit mehreren Jahren laufen Bauvorhaben zur Sanierung der Anstalt. Ein Erweiterungsbau der Untersuchungshaftanstalt wurde im Dezember 1972 bezogen, das neue Versorgungszentrum der Anstalt mit Heizzentrale, Küche und Wäscherei wurde im März 1980 fertig gestellt. Das Betriebsstättengebäude konnte Anfang 1990 abgeschlossen werden. Es weist nunmehr moderne Betriebe wie Schreinerei, Schlosserei, Kfz-Werkstätte, Buchdruckerei/Buchbinderei, Elektro-, Malerbetrieb auf und bietet in Arbeitssälen Möglichkeiten für industrielle Fertigung.

    Alle neuen Haftgebäude, nämlich die Häuser A - E wurden zwischen 1986 und 1996 abschnittsweise in Betrieb genommen. Zuletzt konnte im Jahr 1998 das Zentralgebäude mit Sicherheitszentrale, Veranstaltungssaal und Turnhalle eingeweiht werden.

    Für das Gebäude Frauen-/Jugendarrestanstalt läuft eine Sanierungsplanung. In der Jugendarrestanstalt wurden bereits einige Renovierungsmaßnahmen wie Sanierung der Heizung, der Fenster und Duschen durchgeführt. Die Sanierung des Versorgungszentrums und der Untersuchungshaftanstalt hat begonnen.


  7. Vollzugsgestaltung
  8. Allgemeines und besondere Behandlungsformen

    Der Vollzug findet im Hinblick auf die bauliche Gestaltung in der Regel in "Häusern" (Männeranstalt) bzw. "Bereichen" oder "Abteilungen" (Untersuchungshaftanstalt, Frauenanstalt) statt.

    In der Männer- und Frauenanstalt sind nach einem Turnus in der abendlichen Freizeit die Hafträume geöffnet. In dieser Zeit werden die verschiedensten Unterhaltungs-, Sport- und sonstigen Gruppenveranstaltungen angeboten.

    Neben den von Mitarbeitern der besonderen Fachdienste angebotenen einzeltherapeutischen Gespräche gibt es folgende bsondere Gruppenkonzeptionen:

    Abteilung für jugendliche und heranwachsende Untersuchungsgefangene,
    Betreuungsbereich für betreuungsbedürftige Untersuchungsgefangene,
    Behandlungsabteilung für suchtgefährdete Erwachsene in der Männeranstalt,
    Wohngruppe für suchtgefährdete Frauen.

    Arbeitsmöglichkeiten und Berufsausbildung

    Zum Arbeitseinsatz der Gefangenen stehen 10 Eigen- und eine Reihe von Unternehmerbetrieben (z. B. Wäscherei, Küche, Baubetrieb, Schlosserei, Schreinerei) zur Verfügung. Darüber hinaus werden Gefangene ohne Aufsicht als Freigänger in verschiedenen Firmen Nürnbergs und der näheren Umgebung beschäftigt.

    Die Ausbildung in der Anstalt ist möglich zum Maler, Maurer, Mechaniker und Schreiner; in der Außenstelle Lichtenau findet ein Grundlehrgang "Holzbearbeitung" statt. Daneben werden jährlich im Durchschnitt 15 - 20 Aus- und Fortbildungsmaßnahmen im Wege des Freigangs bei den verschiedensten Institutionen durchgeführt. Für leistungsgestörte Inhaftierte steht ein arbeitstherapeutischer Betrieb zur Verfügung.

    Schulische Bildungsmaßnahmen

    Seit 1985 wird ein Lehrgang zur Vorbereitung auf den qualifizierenden Hauptschulabschluss angeboten (Vollzeitkurs über 4 Monate).

    Einzelunterricht für lern- und schreibschwache Gefangene findet statt.

    Für ausländische Gefangene werden in der Jugendabteilung regelmäßig Deutschkurse abgehalten.


  9. Personalverhältnisse
    1. Anstaltsleitung:
      2 Bedienstete
    2. Verwaltungsdienst:
      50 Bedienstete
    3. Besondere Fachdienste:
      29 Bedienstete
    4. Allgemeiner Vollzugsdienst:
      264 Bedienstete
    5. Mittlerer Werkdienst:
      46 Bedienstete
    6. Krankenpflegedienst:
      12 Bedienstete


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