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Kurzbeschreibung
Bauliche Entwicklung der Anstalt
Die Justizvollzugsanstalt Neuburg-Herrenwörth wurde in den Jahren 1985 bis 1990 erbaut und im März 1990 erstmals mit Jugendstrafgefangenen aus der Justizvollzugsanstalt Niederschönenfeld belegt.
Die Kosten für den Neubau der Anstalt beliefen sich auf 53,37 Mio DM (veranschlagt waren 56 Mio DM). Die endgültige Abrechnung dieser Hochbaumaßnahme konnte 1997 abgeschlossen werden.
Der Neubau der Justizvollzugsanstalt Neuburg-Herrenwörth ist nach den Bedürfnissen des mordernen Strafvollzugs geplant worden, damit der gesetzliche Erziehungsauftrag erfüllt werden kann.
Die bauliche Anlage umfasst ein Zentralgebäude mit Aufnahmebereich, Zugangsabteilung, Freigängerhaus, Verwaltung, Mehrzwecksaal, Gesundheitsfürsorge, Schule und Kirche,
vier Unterkunftsbereiche, ein Werkstättengebäude, das 1997 um eine Arbeitshalle für die Bauabteilung erweitert wurde, sowie eine Turnhalle mit Sportplatz.
Die Gebäude sind zum Teil mit einem Obergeschoss erstellt und nur zu einem geringen Teil unterkellert. Die gesamte Anlage wird mit einer 5,5 m hohen Mauer
aus Stahlbeton und einer Fahrzeugschleuse gesichert.
Zuständigkeit der Anstalt
Zu Jugendstrafe verurteilte männliche Gefangene im Alter von 17 und 18
Jahren
an denen erstmals Jugendstrafe vollzogen wird und
die Verurteilung nach den §§ 176 bis 178, 249 bis 255 StGB erfolgteund
die zu verbüßende Jugendstrafe drei Jahre nicht übersteigt.
Zu Jugendstrafe verurteilte männliche Gefangene im Alter von 19 und 20 Jahren
an denen erstmals Jugendstrafe vollzogen wird und
die Verurteilung nach den §§ 176 bis 178, 249 bis 255 StGB erfolgte und drei Jahre
nicht übersteigt (ohne Begrenzung auf Landgerichtsbezirke) oder
eine Verurteilung bis zu 3 Jahre aus den Oberlandesgerichtsbezirken Nürnberg und München, außer
den Landgerichtsbezirken Deggendorf, Landshut, Passau, Traunstein, München I und
München II bzw. den Amtsgerichtsbezirken Erlangen und Neustadt/Aisch.
Vollzug der Untersuchungshaft an 16- und 17-jährigen Jugendlichen sowie Heranwachsenden aus
dem Landgerichtsbezirk Ingolstadt.
Vollzug von sonstiger Haft (Abschiebe-, Auslieferungs- und Zivilhaft) an 16- und 17-jährigen
Jugendlichen sowie Heranwachsenden aus dem Landgerichtsbezirk Ingolstadt.
Äußere Haftbedingungen
Belegungsfähigkeit
Insgesamt 193 Haftplätze, davon 151 Einzelhafträume und 42 Gemeinschaftsplätze.
Weitere 20 Plätze sind für den offenen Vollzug (Freigänger) vorhanden.
Tatsächliche Belegung
| Stichtag 31. Dezember 2008: |
156 Jugendstrafgefangene, davon
13 Untersuchungsgefangene |
| Durchschnittsbelegung 2008: |
171 Jugendstrafgefangene |
| Ausländeranteil 2008: |
22,6 % |
Vollzugsgestaltung
Allgemeine Vollzugsgestaltung und besondere Behandlungsformen
Zugangsabteilung, Freigänger, Wohngruppenvollzug in vier Unterkunftsgebäuden; einzel- und gruppentherapeutische Maßnahmen,
sozialtherapeutische Abteilungen für Gewalt- und Sexualstraftäter.
Arbeitsmöglichkeiten
- Schlosserei (Ausbildung und Produktion)
- Schreinerei (Ausbildung und Produktion)
- Malerei (Ausbildung und Produktion)
- Baubetrieb (Ausbildung)
- Elektrobetrieb (Ausbildung und Produktion)
- Spenglerei (Ausbildung und Produktion)
- Arbeitstherapie (arbeitstherapeutisch orientierte Beschäftigung)
- sowie drei große Werkstätten für Unternehmerbetriebe (z.B. Montagearbeiten).
Ausbildungsmöglichkeiten
- Metallbauer
- Schreiner
- Maler und Lackierer
- Maurer
- Spengler
- Metzger
- Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
- Zentralheizungs- und Lüftungsbauer
- Feinblechner
- Elektroinstallateur
Weiter werden Kurzausbildungsmaßnahmen in den Grundlehrgängen "Holz", "Gebäudereiniger", "Metall", "Bau" und "Ökologie und Landschaftsgestaltung" angeboten.
Durchgeführt und gerne angenommen werden auch Lehrgänge zur Berechtigung zum Führen von Gabelstaplern, die Ausbildung zur Logistikfachkraft, Ausbildungslehrgänge
für Baugeräteführer sowie das Ausbildungsangebot "Kaufmännische Qualifizierung".
Schulische Bildungsmaßnahmen
- Einfacher und qualifizierter Hauptschulabschluss, eventuell mittlerer Bildungsabschluss
- Förderkurse für Lernschwache
- EDV-Kurse (auch CAD-Kurse)
- Erwerb des VHS-Computerpasses in Zusammenarbeit mit der VHS Neuburg und der DEKRA
- Berufsschulunterricht
- Sprachkurse "Deutsch für Ausländer und Aussiedler"
- Sprachkurs "Englisch für Fortgeschrittene"
- Englischkurse zur Vorbereitung auf die besondere Leistungsfeststellung für den qualifizierenden Hauptschulabschluss
Sozialpädagogische Angebote und therapeutische Maßnahmen
Ziel der sozialpädagogischen Arbeit ist die Verwirklichung eines normorientierten und wertschätzenden Klimas in den Unterkunftsbereichen,
das den Jugendlichen und Heranwachsenden einerseits Orientierung anbietet, andererseits aber auch Grenzen setzt. Das Aufgabengebiet lässt sich wie folgt beschreiben:
- Betreuungsbereich
Förderung der Alltagskompetenzen, Wohngruppenaussprachen, Elternarbeit, Initiierung von Informations- und Aufklärungsveranstaltungen usw.
- Behandlungsbereich
Hier finden konzeptorientierte sozialpädagogische Trainingsmaßnahmen (wie Anti-Gewalt-Training, das soziales Kompetenztraining usw.)
oder Interaktions-, Selbsterfahrungs- und Gesprächsgruppen statt, die delikt- bzw. persönlichkeitsspezifisch ausgerichtet sind.
In den beiden sozialtherapeutischen Abteilungen für Gewaltstraftäter und Sexualstraf-täter werden die jugendlichen Straftäter ganz
gezielt und intensiv auf die einschlägigen Straftaten hin betreut, behandelt und therapiert.
- Freizeitpädagogische und kulturelle Angebote
Dies sind punktuelle Aktivitäten, etwa die Organisation von Konzerten, Theater usw. oder die Durchführung produktiver Angebote
wie Malen, Töpfern, kreatives Schreiben, Gitarrenkurse usw. (im Freizeitbereich sind sowohl externe Kräfte als auch Bedienstete der Anstalt aktiv).
Darüber hinaus verfügt die Anstalt über zwei externe Suchtberaterinnen (teilen sich eine Ganztagsstelle) von der Prop e. V. Aichach,
die die stationäre und ambulante Therapievermittlung von alkohol- und drogengefährdeten bzw. –süchtigen Heranwachsenden alleinverantwortlich erledigt.
Personalausstattung
- Anstaltsleitung:
2 Bedienstete
- Verwaltungsdienst:
14 Bedienstete
- Fachdienste (Arzt, Seelsorger, Lehrer, Psychologen, Sozialpädagogen)
20 Bedienstete
- Allgemeiner Vollzugsdienst:
83 Bedienstete
- Mittlerer Werkdienst:
15 Bedienstete
- Krankenpflege:
3 Bedienstete
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