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Kurzbeschreibung

1. Historische Entwicklung

Nachdem die seit 1856 bestehende und mitten in der Altstadt gelegene, alte Justizvollzugsanstalt Kempten nur noch bedingt den Anforderungen eines modernen Strafvollzugs genügte, wurde im Herbst 2003 nach rd. 4 ½-jähriger Bauzeit die neue Justizvollzugsanstalt in Betrieb genommen.
Am nordöstlichen Ortsrand, nördlich der Bundesstraße 12 und westlich der Bundesautobahn 7 gelegen, entstand auf 4,47 ha eine moderne, im Wohngruppenvollzug betriebene Anstalt mit rd. 3.000 qm Arbeits- bzw. Lagerflächen.
Mit Verlagerung der Hauptverwaltung von Memmingen nach Kempten wurde die Anstalt ab 01.10.2003 Hauptsitz der beiden Behörden.

2. Zuständigkeit der Anstalt

Die Anstalt ist zuständig für den Vollzug von

a) Untersuchungshaft für den Landgerichtsbezirk Kempten

b) Freiheitsstrafen im Erstvollzug
- bis zu 3 Jahren für die Amtsgerichtsbezirke Kempten, Lindau und Sonthofen
- von über 18 Monaten bis zu 3 Jahren für den Amtsgerichtsbezirk Kaufbeuren
- von über 1 Jahr bis zu 3 Jahren für den Landgerichtsbezirk Memmingen
- von über 6 bis zu 18 Monaten für den Amtsgerichtsbezirk Augsburg

c) Freiheitsstrafen im Regelvollzug
- bis zu 2 Jahren für den Landgerichtsbezirk Kempten
- von über 1 Jahr bis zu 2 Jahren aus dem Landgerichtsbezirk Memmingen
- von über 6 Monaten bis zu einem Jahr für die Amtsgerichtsbezirke Garmisch-Partenkirchen und Weilheim.

Es sind ausschließlich Männer untergebracht.

3. Äußere Haftbedingungen

a) Belegungsfähigkeit

338 Inhaftierte können in 272 Einzelhafträumen sowie 22 Hafträumen mit drei Plätzen untergebracht werden.

b) tatsächliche Belegung

Zum 31. Dezember 2011 befanden sich 405 Gefangene in der Anstalt.

Die Durchschnittsbelegung im Jahr 2011 betrug 384 Gefangene.

4. Vollzugsgestaltung

a) Allgemeine Vollzugsgestaltung und besondere Behandlungsformen

Die Gefangenen sind in Wohngruppen untergebracht.
Die jungen Gefangenen sind in einer speziellen Abteilung untergebracht und werden verstärkt durch den Sozialdienst betreut.
Hilfe zur Bewältigung von Problemen der Gefangenen erteilen die Fachdienste der Anstalt oder externe, nebenamtliche Mitarbeiter. Eine regelmäßige Betreuung für suchtgefährdete und abhängige Gefangene wird in der Anstalt angeboten. Dieses Beratungsangebot wird von jeweils einem Mitarbeiter der PROP e.V. München und AWO Memmingen wahrgenommen.

b) Arbeit

Die Beschäftigung der Gefangenen erfolgt überwiegend in Unternehmerbetrieben, am Stichtag waren eingesetzt:

  • 30 Gefangene bei der Montage von Leuchtstofflampen
  • 6 Gefangene in der Montage und Verpackung von Geschenkartikeln
  • 14 Gefangene bei der Montage und Verpackung von Gartengeräten
  • 49 Gefangene bei der Montage von Kabeltrommeln
  • 1 Gefangener bei der Bearbeitung von Metallteilen
  • 2 Gefangene als Freigänger bei diversen externen Firmen

Für Arbeiten für die eigene Verwaltung waren 41 Gefangene eingesetzt, davon

  • 10 Gefangene in der Anstaltsküche
  • 7 Gefangene in der Anstaltswäscherei
  • 1 Gefangener im Baubetrieb
  • 2 Gefangene in der Effektenkammer
  • 2 Gefangene in der Anstaltsbücherei
  • 6 Gefangene im Reinigungskommando
  • 13 Gefangene als Hausarbeiter

c) Schulische Maßnahmen

Der Lehrer der Anstalt führt regelmäßig Kurse für die Gefangenen durch (Deutsch, Mathematik, EDV-Grundlagen, Sozialkunde, Englisch, Bewerber- und Sprachtraining usw.)
Daneben besteht für die Gefangenen die Möglichkeit den Hauptschulabschluss mit Qualifizierung zum Fachlageristen zu erwerben.

d) Berufsausbildung

Möglichkeiten zur Berufsausbildung innerhalb der Anstalt bestehen nicht. Im Einzelfall werden jedoch Maßnahmen zur Berufsausbildung und beruflichen Fortbildung im Wege des Freigangs ermöglicht.

5. Personalverhältnisse

  1. Anstaltsleitung:
    4 Bedienstete
  2. Verwaltungsdienst:
    24 Bedienstete
  3. Sonderdienste:
    8 Bedienstete
  4. Allgemeiner Vollzugsdienst und Krankenpflegedienst:
    104 Bedienstete


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