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Kurzbeschreibung
1. Gründung
Im Jahre 1724 durch Markgraf Georg Wilhelm als "Zucht- und Arbeitshaus" für ca. 200 "Züchtlinge".
| Kostenvoranschlag: |
9.670 Gulden; |
| tatsächliche Kosten: |
18.000 Gulden. |
Fertigstellung: 1735
Um- und Anbauten erfolgten um 1860, 1901, 1960, 1981, 1989 und 1994.
Heute gehören 3 räumlich von einander getrennte Teilanstalten zu der Justizvollzugsanstalt St. Georgen-Bayreuth:
Anstalt I: (Verwaltungsgebäude, Arbeitsbetriebe, Häuser A bis D an der Markgrafenallee 49)
Die Anstalt II: (Ordensschloss, Häuser E bis H mit Untersuchungshaft, Krankenabteilung, Tbc-Krankenhaus und Freigängerabteilung)
Landwirtschaft: in St. Johannis als Abteilung des offenen Vollzuges.
Verwaltungsmäßig angegliedert ist die Justizvollzugsanstalt Hof mit einer Belegungsfähigkeit von 227 Gefangenen und derzeit 57 Bediensteten.
2. Zuständigkeit
Für Strafgefangene im Erstvollzug von einem Jahr bis zu 8 Jahren aus den Oberlandesgerichtsbezirken Bamberg und Nürnberg,
aus einzelnen Landgerichtsbezirken auch bei geringerer bzw. höherer Mindeststrafe.
Für den Oberlandesgerichtsbezirk Bamberg und den Landgerichtsbezirk Weiden
werden auch Strafen über 8 Jahre einschließlich lebenslänglicher Freiheitsstrafen vollstreckt.
Untersuchungshaft für den Landgerichtsbezirk Bayreuth.
Sonderzuständigkeiten
Kranke Gefangene, bei denen Lungen-Tbc oder der Verdacht einer Lungen-Tbc besteht und die stationär fachärztlicher Behandlung oder Überwachung
bedürfen aus ganz Bayern.
Einweisungen auch aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen und Sachsen.
Insulinpflichtige, schwer einstellbare Diabetiker aus ganz Bayern.
Kranke Gefangene und drogenabhängige Untersuchungsgefangene aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Bamberg, die in den zuständigen Anstalten nicht behandelt werden können.
Äußere Haftbedingungen
Belegungsfähigkeit: 916 Männer
Die Anstalt ist in 4 Abteilungen mit zusammen 9 Häusern gegliedert. 529 Gefangene können einzeln, 387 Gefangene in Gemeinschaftshafträumen und 2 Gefangene in behindertengerechten
Einzelhafträumen untergebracht werden. 88 Plätze befinden sich im offenen Vollzug. Die Krankenabteilung weist 42 und die Tbc-Abteilung 15 Plätze aus.
Durchschnittsbelegung 2010: 879 Gefangene
Aufteilung nach Delikten:
| Verurteilungen (ohne Untersuchungshaft) zum Stichtag 31.12.2010 mit einer Gesamtzahl von 826 Gefangenen: |
25 % wegen Eigentumsdelikte, |
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24 % wegen Rauschgiftdelikte, |
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20 % wegen Körperverletzungs- und Tötungsdelikte, |
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15 % wegen Sittlichkeitsdelikte und |
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16 % wegen anderer Delikte. |
Lockerungen des Vollzugs:
237 Gefangene erhielten in 1.719 Fällen Urlaub,
davon 2 Versager,
299 Gefangene erhielten in 1.129 Fällen Ausgang,
davon kein Versager,
142 Gefangenen wurde Freigang gewährt,
davon kein Versager.
Ausländeranteil 31,4 % (im Vorjahr 33 %).
d) Die Anstalt befindet sich im Ausbaustadium.
Im Strafvollzugsgesetz wird grundsätzlich die Einzelunterbringung während der Ruhezeit gefordert. Um das Gesetz zu erfüllen, wurde 1989 ein Zellenbau (Haus C) mit 205 Haftplätzen neu errichtet. Ein weiterer Zellenbau (Haus D) wurde 1994 bezugsfertig. Im Haus D können 148 Gefangene in Einzelhafträumen und 72 in Gemeinschaftshafträumen untergebracht werden.
In anderen Häusern wurden Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.
1984 wurde ein Versorgungszentrum errichtet.
Ein Arbeitsbetriebsgebäude mit Kfz-Betrieb und Lehrwerkstätten für Kfz-Mechaniker und Maler wurde 1985 in Betrieb genommen.
1995 wurde eine Umwehrungsmauer um das Anstaltsgelände gezogen.
Ein Wachturm und das Sportgelände mit einem Fußballfeld und Hartplatz wurden 1996 der Bestimmung übergeben.
Im Jahr 2000 wurde ein Arbeitsbetriebsgebäude (Schlosserei) mit Wertstoffhalle sowie der Bauhof in Betrieb genommen.
Im Jahr 2003 nahmen eine Schreinerei und ein Unternehmerbetrieb in einem neuen Gebäude ihre Arbeit auf.
Zudem wurde ein Versammlungsraum sowie Sozialräume (Umkleiden) für das Personal in Betrieb genommen.
In der Anstalt II wurden 2005 und 2006 umfangreiche Infrastrukturmaßnamen (Stromversorgung, Wasser, Abwasser) vorgenommen.
In einem sanierten und ausgebauten Gebäude wurden neue Arbeitsplätze geschaffen.
2008 wurde in der sozialtherapeutischen Abteilung eine Arbeitstherapie mit 5 Arbeitsplätzen in Betrieb genommen. In der Gärtnerei
wurde die Infrastruktur verbessert und 3 neue Gewächshäuser gebaut.
Die Sanierung des Tbc-Krankenhauses und der Krankenabteilung ist im Gange. 2011 werden die neu sanierten Behandlungsräume und
die Abteilung für ältere Gefangene (19 Haftplätze) wieder in Betrieb genommen.
In Planung sind neben umfangreichen Sanierungsvorhaben eine Sporthalle sowie weitere Sicherheitseinrichtungen. Hernach sollen
noch ein Arbeitsbetriebsgebäude, ein Ausbildungszentrum und ein Freigängerhaus geschaffen werden.
Vollzugsgestaltung
a) Behandlungsangebote:
Im Dezember 2001 wurde eine Sozialtherapeutische Abteilung zur Behandlung von Sexualstraftätern mit 24 Haftplätzen in Betrieb genommen.
In 2 Wohngruppen mit insgesamt 67 Haftplätzen können Gefangene, die an einer Therapie oder psychologischen und sozialen Trainingsprogrammen teilnehmen, aufgenommen werden.
Besonders behandlungsbedürftig sind Täter mit Rauschgift- und Sexualdelikten sowie Gefangene mit erheblicher Alkoholproblematik.
b) Freizeitangebote:
Musische Gruppen wie Singchor, offene und geschlossene Gruppen mit diversen Inhalten.
Sport: Fußball, Volleyball, Basketball, Gymnastik, Kraftsport, Schwimmen, Tischtennis, Schach.
Unterhaltung: Fernsehen, Spiele, Literatur, Musik- und Theateraufführungen.
Information: Anstaltsinterner Info-Kanal
c) Arbeit der Gefangenen:
- Schlosserei
- Bäckerei
- Kfz-Betrieb
- Malerei
- Buchbinderei/Druckerei
- Wäscherei
- Bauabteilung
- Landwirtschaft
- Schreinerei
- Elektrowerkstatt
- Installationsbetrieb
- Gärtnerei (mit Landschaftsgartenbau)
Weiter sind in und in der Nähe der Anstaltmehrere Unternehmerbetriebe eingerichtet.
Darüber hinaus werden Gefangene an zahlreichen Arbeitsstellen in Bayreuth und
Umgebung bei verschiedenen Unternehmern beschäftigt. Im Tagesdurchschnitt arbeiteten
85 Gefangene außerhalb der Anstalt.
d) Berufliche Aus- und Fortbildung:
Eine berufliche Aus- und Fortbildung ist im Rahmen von Lehrgängen möglich als Schweißer, Gebäudereiniger, Lagerverwalter und EDV-Sachbearbeiter.
In Einzelausbildung gibt es die Möglichkeit einer Lehre als Bäcker, Konditor, Drucker (Flachdruck), Elektroinstallateur, Metallbauer, Schreiner, Maurer und seit
2007 auch als Kfz-Mechatroniker.
Seit 1994 finden Gabelstapler-Lehrgänge (einwöchig) in Verbindung mit dem Lagerverwalter-Lehrgang statt.
Seit 1994 finden jährlich dreimonatige Lagerverwalter-Lehrgänge statt. 2010 nahmen 24 Gefangene daran teil.
Seit 1997 werden jährlich Schweiß-Lehrgänge durchgeführt. Im Jahr 2010 nahmen insgesamt 38 Gefangene daran teil.
2010 wurden zwei Anpassungslehrgänge "Gebäudereiniger" mit je 8 Gefangenen durchgeführt.
Ein EDV-Lehrgang fand 2010 mit 12 Gefangenen statt.
Die Teilnahme an Kursen an der Handwerkskammer zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung ist in allen dort angebotenen Handwerksbereichen möglich.
Ohne abgeschlossene Berufsausbildung: ca. 55 % der Gefangenen
e) Schulische Aus- und Fortbildung:
Neben allgemein bildendem Unterricht wurde Unterweisung für Analphabeten und Lernschwache angeboten.
Sprachkurse gehören ebenso zum festen Bestandteil wie Kurse in Geologie, Geschichte und Gesellschaftslehre sowie Deutsch für Ausländer.
In Einzelfällen gibt es Möglichkeiten zur Erreichung eines höheren Schulabschlusses und sogar zum Besuch von Vorlesungen an der Universität Bayreuth.
Seit dem Schuljahr 1987/88 finden Lehrgänge zum nachträglichen Erwerb des Realschulabschlusses statt. Der 24. Lehrgang läuft derzeit.
Gegenwärtig findet zum 16. Mal ein Kurs mit 12 Teilnehmern zum nachträglichen Erwerb des Qualifizierenden Hauptschulabschlusses statt.
Personalstand:
- Anstaltsleitung:
2 Bedienstete
- Verwaltungsdienst:
48 Bedienstete
- Fachdienste:
28 Bedienstete
- Allgemeiner Vollzugdienst:
246 Bedienstete
- Werkdienstleiter:
34 Bedienstete
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