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Kurzbeschreibung
1. Historische Entwicklung der Anstalt
Der Neubau der Justizvollzugsanstalt Hof an der Stelzenhofstraße erfolgte in den Jahren 1969 bis 1973. Am 16. März 1973 fand die offizielle Übergabe der neuerbauten Justizvollzugsanstalt statt. Das alte Landgerichtsgefängnis im ehemaligen Klarissinnenkloster wurde aufgelöst.
Am 1. Januar 1979 wurde die Justizvollzugsanstalt Hof als selbstständige Justizvollzugsanstalt verwaltungsmäßig der Justizvollzugsanstalt St. Georgen-Bayreuth angegliedert.
2. Zuständigkeit
Vollzug der Untersuchungshaft an männlichen Gefangenen aus dem Landgerichtsbezirk Hof.
Freiheitsstrafen im Erstvollzug bis zu 2 Jahren aus dem Landgerichtsbezirk Hof.
Freiheitsstrafen im Regelvollzug bis zu 2 Jahren aus dem Landgerichtsbezirk Hof und Bayreuth.
Vollzug des Freizeit- und Kurzarrests bis zu 2 Tagen aus den Amtsgerichtsbezirken Hof, Wunsiedel und Bayreuth an männlichen Arrestanten.
3. Äußere Haftbedingungen
a) Belegungsfähigkeit:
227 Männer (Belegungsfähigkeit seit dem 1. Juli 2008)
Für die männlichen Gefangenen der Justizvollzugsanstalt Hof stehen folgende Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung:
158 Einzelhafträume (darunter 18 Einzelhafträume im offenen Vollzug), 69 Haftplätze in Gemeinschaftshafträumen
(darunter 18 Haftplätze im offenen Vollzug).
Von der Gesamtbelegungsfähigkeit der Justizvollzugsanstalt Hof sind somit 36 Haftplätze für den offenen Vollzug ausgewiesen.
In einer gesonderten Abteilung für jugendliche und heranwachsende Untersuchungsgefangene (Wohngruppe) wird die Untersuchungshaft
in besonderem Maße erzieherisch gestaltet. Zur Verfügung stehen 10 Haftplätze für Gefangene aus den Amtsgerichtsbezirken
Bayreuth und Hof.
b) Tatsächliche Belegung
Höchstbelegung am 18. Oktober 2010: 232 Gefangene
Niedrigste Belegung am 1. Januar 2010: 188 Gefangene
Durchschnittsbelegung 2010: 1. Halbjahr 2010 209 Gefangene, 2. Halbjahr 2010 216 Gefangene
c) Jugendarrestanstalt
Nach § 90 Abs. 1 JGG soll der Vollzug des Jugendarrestes das Ehrgefühl des Jugendlichen wecken und ihm eindringlich zum
Bewusstsein bringen, dass er für das von ihm begangene Unrecht einzustehen hat. Der Vollzug des Freizeit- und Kurzarrestes bis
zu zwei Tagen wird im Wesentlichen als Zeit zum Nachdenken für den jungen Menschen verstanden. 5 Haftplätze stehen insgesamt
zur Verfügung, darunter 3 in einem Gemeinschaftshaftraum.
Im Jahr 2010 wurden an 35 Jugendlichen und 36 Heranwachsenden insgesamt 87 Freizeitarreste an Wochenenden vollzogen.
d) Baumaßnahmen
Ein den zurückliegenden Jahren wurde die Erweiterung des Arbeitsbetriebsgebäudes mit Umwehrungsmauer, der Schleuse sowie der
Neubau eines Verwaltungsflügels vorgenommen.
Mit Abschluss der Baumaßnahme in der Freigängerabteilung (Haus II) mit Zaunerneuerung stehen seit Juli 2008 insgesamt 36
Haftplätze für den offenen Vollzug zur Verfügung.
e) Lockerungen des Vollzugs
Urlaub:
Wurde insgesamt 49 Gefangenen in 356 Fällen gewährt. Darunter befand sich kein Versager.
Ausgang:
Wurde insgesamt 57 Gefangenen in 158 Fällen gewährt. Darunter befand sich kein Versager.
Freigang:
Wurde 67 Gefangenen in 75 Fällen gewährt. Darunter befand sich kein Versager.
4. Vollzugsgestaltung
a) Allgemeine Vollzugsgestaltung
aa) Wohngruppenvollzug
Wohngruppenvollzug ist nur in der Abteilung für jugendliche und heranwachsende Untersuchungsgefangene möglich.
Die sonstigen baulichen Gegebenheiten lassen derzeit keinen weiteren Wohngruppenvollzug zu.
ab) Behandlungs- und Freizeitangebot
Soziale Trainingsprogramme, Gesprächsgruppen, Drogenberatung, Selbsthilfegruppen "Anonyme Alkoholiker" und "AlMed", Ehe- und
Partnerseminare. Bewerbungstraining (Schwerpunkt: "Schriftliche Bewerbung"), Konflikttraining.
Sport: Fuß-, Volley-, Basket- und Federball, Gymnastik, Laufsport, Kraftsport, Schwimmen, Tischtennis, Schach.
Unterhaltung: Basteln, Musik- und Theateraufführungen. Musik: Fur musikalisch interessierte Strafgefangene ist ein Musikraum vorhanden.
Konflikttraining: Das Angebot besteht für jugendliche und heranwachsende Untersuchungsgefangene in der Wohngruppe.
Bei Bedarf und Notwendigkeit erfolgt die Durchführung vom Verein „Die Gruppe e.V.“ (Hof). Die Finanzierung der Maßnahme
ist durch zweckgebundene Mittel des Bayerischen Landesverbandes für Gefangenenfürsorge und Bewährungshilfe e.V.
- Bezirksstelle Hof - gesichert.
b) Arbeitsmöglichkeiten
Im Arbeitsbetrieb der Justizvollzugsanstalt Hof werden täglich durchschnittlich 120 Gefangene in verschiedenen Unternehmerbetrieben und im Eigenbetrieb beschäftigt.
Außerhalb der Anstalt arbeiten täglich ca. 14 Gefangene.
In Eigenbetrieben und für Hausarbeiter-Tätigkeiten werden durchschnittlich 40 Gefangene beschäftigt.
Die durchschnittliche Beschäftigungsquote lag bei 161 Gefangenen.
c) Berufsausbildung
Berufsausbildungsmöglichkeiten bestehen in der Justizvollzugsanstalt Hof keine. Geeignete Gefangene können an
Maßnahmen in der Justizvollzugsanstalt St. Georgen-Bayreuth teilnehmen.
PC-Grundkurs:
Im Rahmen einer Weiterbildungsmaßnahme kann für Strafgefangene ein Kurs „PC-Grundkenntnisse (mit Bewerbungstraining)“
angeboten werden, der durch die Volkshochschule der Stadt Hof mittels Teilnahmebestätigung zertifiziert wird.
Die Kursleitung obliegt einem Bediensteten des allgemeinen Vollzugsdienstes und dem Sozialarbeiter.
Gebäudereiniger-Lehrgang:
Bis zu 2 Gefangene (je Lehrgang) können an einem in der Justizvollzugsanstalt Hof angebotenen Gebäudereiniger-Lehrgang
teilnehmen, der mit Zertifikat der Handwerkskammer Bayreuth abgeschlossen werden kann. Der Lehrgang wird von einem
speziell geschulten Bediensteten des allgemeinen Vollzugsdienstes durchgeführt.
Schweiß-Lehrgänge:
Bei entsprechender Eignung können Gefangene an Schweißlehrgängen in der Justizvollzugsanstalt St. Georgen-Bayreuth teilnehmen.
Lagerverwalter-Lehrgang:
Bei entsprechender Eignung können Gefangene an einem Lagerverwalter-Lehrgang in der Justizvollzugsanstalt St.
Georgen-Bayreuth teilnehmen.
d) Schulische Bildungsmaßnahmen
2 nebenamtliche Lehrkräfte bieten Kurse für Deutsch und Englisch in der Wohngruppe für jugendliche und heranwachsende
Untersuchungsgefangene an.
Möglichkeiten zur Teilnahme an Fernlehrgängen sind gegeben.
Das Angebot zur Teilnahme am Lehrgang zum nachträglichen Erwerb des qualifizierenden Hauptschulabschlusses bzw.
Realschulabschlusses in der Justizvollzugsanstalt St. Georgen-Bayreuth besteht. 2 Gefangene wurden zum Hauptschul-Lehrgang
zugelassen.
1 Gefangener konnte ein Ingenieur-Studium an der Hochschule Hof beginnen.
5. Personalstand
- Anstaltsleitung:
2 Bedienstete
- Verwaltungsdienst:
3 Bedienstete
- Fachdienste:
1 Bediensteter
- Allgemeiner Vollzugsdienst:
51 Bedienstete
- Werkdienst:
1 Bediensteter
- Krankenpflegedienst:
1 Bediensteter
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