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Kurzbeschreibung

1. Historische Entwicklung der Anstalt

Die Errichtung der Anstalt am Stadtrand von Aschaffenburg erfolgte in den Jahren 1968 bis 1970; das veraltete, im Stadtzentrum vom von Aschaffenburg gelegene Landgerichtsgefängnis aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ist seinerzeit abgerissen worden.
Die jetzige Anstalt ist Ende des Jahres 1970 als "Landgerichtsgefängnis" Aschaffenburg in Betrieb genommen worden. Mit Wirkumg vom 1. Januar 1979 wurde das Landgerichtsgefängnis in eine selbstständige Justizvollzgsanstalt mit einem hauptamtlichen Leiter umgewandelt.

2. Zuständigkeit der Anstalt

Vollzug von Untersuchungshaft an Männern und Frauen für den Bereich des Landgerichtsbezirks Aschaffenburg; Vollzug von Freiheitsstrafen an erwachsenen Männern im Erst- und Regelvollzug bis zu zwei Jahren Vollzugsdauer aus dem Landgerichtsbezirk Aschaffenburg sowie im Erstvollzug zusätzlich aus dem Bereich des Amtsgerichtsbezirk Gemünden. Vollzug von Freiheitsstrafen an erwachsenen Frauen aus dem Landgerichtsbezirk Aschaffenburg bis zu sechs Monaten Strafdauer.
Vollzug sonstiger Haftarten für Gefangene aus dem Bezirk des Landgerichts Aschaffenburg an Männern und Frauen (Ordnungs-, Sicherungs-, Zwangs- und Erzwingungshaft, - z.B. Abschiebungshaft -, Strafarrest, Auslieferungshaft etc.)

3. Äußere Haftbedingungen:

a) Belegungsfähigkeit:
167 Plätze für Männer, 12 Plätze für Frauen

Männerabteilung:
101 Einzelhafträume,
22 Gemeinschaftshafträume mit je drei Haftplätzen,
davon 19 Haftplätze im offenen Vollzug (16 Einzelhafträume und 1 Gemeinschaftshaftraum mit drei Haftplätzen).

Frauenabteilung:
6 Einzelhafträume,
2 Hafträume für je drei Gefangene

b) Tatsächliche Belegung (am 31. Dezember 2009):

Männer: 173
Frauen: 8

Durchschnittsbelegung 2009:
Männer: 160,50
Frauen: 8,57

c) Neu- und Umbaumaßnahmen

Umbaumaßnahmen in der Verwaltung seit Oktober 2006, Abschluss Mitte 2009. Neubau eines Unterkunftsgebäudes mit 27 Haftplätzen ab Mitte 2007, Bezug Anfang August 2008. Derzeit Überlegungen zu einer Gesamtausbauplanung mit einer Erweiterung der Haftplatzkapazitäten auf 250 bis 300 Haftplätze.

4. Vollzugsgestaltung:

a) Allgemeine Vollzugsgestaltung

Abteilung des offenen Vollzuges mit 19 Haftplätzen; Zugangsabteilung;
Untersuchungshaftabteilung (einschl. Abteilung für junge Untersuchungsgefangene bis zu 21 Jahren); Abteilung für geschlossenen Strafvollzug; Frauenabteilung ohne Trennung nach Haftformen.

b) Arbeitsmöglichkeiten

Im einzigen Innen- (Unternehmer-) betrieb der Anstalt werden Montagearbeiten im Wesentlichen für Zulieferer der Kraftfahrzeug- und Bauindustrie, für die Spielzeugindustrie und sonstige wechselnde Arbeiten nach Art von Heimarbeit ausgeführt; in dem Betrieb sind bis zu 20 Gefangene zur Arbeit eingesetzt.
Als Eigenbetriebe werden die Küche, eine Wäscherei und ein Haustechnikbetrieb geführt.

c) Berufliche Ausbildung

Ausbildungsmöglichkeiten in anerkannten Ausbildungsberufen sind innerhalb der Anstalt wegen der Kurzstrafenzuständigkeit nicht vorhanden. An beruflichen Ausbildungsmaßnahmen in Form von Lehrgängen und Kursen wird ein von der Arbeitsagentur geförderter Grundlehrgang "Gebäudereiniger" durchgeführt. Des Weiteren besteht die Möglichkeit der Teilnahme an einem Lehrgang zum Erwerb der Fahrgenehmigung für Gabelstapler. Eine Zulassung zu berufsbildenden Maßnahmen außerhalb der Anstalt ist bei Freigängern möglich.

d) Schulische Bildungsmaßnahmen

Wegen der relativ kurzen Aufenthaltsdauer der Gefangenen innerhalb der Anstalt nicht möglich. Im Wege von Ausgang/Urlaub kann bei geeigneten Gefangenen die Teilnahme als externer Prüfling bei Schulabschlussprüfungen an staatlichen Schulen ermöglicht werden. Für den offenen Vollzug geeignete Gefangene können im Wege des Ausbildungsfreigangs schulische Bildungsmaßnahmen durchlaufen.

e) Sonstige Ausbildungsmöglichkeiten

Sprachunterricht Deutsch.

f) Erwerb der Fahrerlaubnis

Geeignete Gefangene (Freigänger) können im Wege des Ausgangs Fahrschulen besuchen und die Fahrerlaubnis Klasse B erwerben.

g) Behandlungs- und Gruppenangebote

Suchtberatung, soziales Kompetenztraining mit Biographiearbeit, Gesprächsgruppe, Vitalberatung (Frauenstation), Yoga, Schachgruppe, Tischtennis, Pädagogisches Konzept für die Abteilung "Junge Untersuchungsgefangene".

5. Anstaltsleitung, Personalverhältnisse u.a.:

  1. Anstaltsleitung:
    2 Bedienstete
  2. Verwaltungsdienst:
    10 Bedienstete
  3. Fachdienst:
    2 Bedienstete und 1 Praktikantin
  4. Allgemeiner Vollzugsdienst:
    41 Bedienstete
  5. Werkdienst:
    2 Beschäftigte


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